„Windräder sind Industrieanlagen. Sie gehören daher in Industriegebiete, an Autobahnen, nicht jedoch in Wälder oder Meere. “Diese Sätze stammen von Peter Wohlleben. Er ist wegen seines Einsatzes für ökologisch wie ökonomisch nachhaltige Waldwirtschaft sehr beliebt. Sein 2015 veröffentlichtes Buch „Das geheime Leben der Bäume” ist ein Bestseller. Solche Aussagen sprechen eigentlich schon für sich. Beim Bau von Windkraftanlagen werden die betreffenden Waldgebiete nachhaltig zerstört. Da die WKA-Fundamente den Boden großflächig versiegeln und auch die Zuwegungen und umgebenden Flächen (Kranstellfläche etc.)durch den Einsatz schwerer Fahrzeuge bis in mehrere Meter Tiefe hochverdichtet werden, verliert auch dort der Waldboden jegliche Fähigkeit zur Wasserspeicherung. Zerstört wird auch das empfindliche Geflecht aus Feinwurzeln und Pilzen, das die noch verbliebenen Bäume zwingend benötigen, um gesund zu bleiben. Selbst die angrenzenden Wälder, die das Glück haben, zumindest erst einmal nicht gefällt zu werden, werden also unmittelbar, schwer und langfristig geschädigt. Spätere Aufforstungen im direkten Umfeld der Windanlagen scheitern zu dem ebenfalls an diesen extremen Bodenverdichtungen. Ein gesundes Wachstum der Jungbäume meist nicht möglich und der Baumwuchs auf den verdichteten Flächen und Krankheiten bleiben. Ein zusammenhängender Wald kann auf solchen Flächen nicht mehr entstehen.

Auch das Mikroklima im Wald verändert sich. Mit ihren Wirbelschleppen verändern Windräder die Luftbewegungen in den unteren Schichten der Atmosphäre. Das führt zu einem Temperaturanstieg, der sich besonders nachts bemerkbar macht. SoWurde durch Modellstudien in großen Windparks in Texas nachgewiesen, dass die Temperaturen in den Parks innerhalb eines Jahres um 0,72 Grad Celsius höher lagen als in angrenzenden Gebieten („NatureClimateChange2“,2012,S.539).Diese Temperaturerhöhung in Bodennähe hat zweifelsfrei auch Auswirkungen auf die Fauna und Flora der betroffenen Wälder. 

Weiter hin werden pro Windkraftanlage ca. 1,5ha Waldfläche benötigt. Wenn man bedenkt, dass auf einem ha Nutzforst 400bis 650, kann erahnt werden, wieviel Baumbestand durch den geplanten Windpark in der Grünberger/ Reiskirchener Gemarkung(9-10WKA) wegfällt bzw. nach Windbruch und Borkenkäferbefall nicht mehr aufgeforstet wird. Im Hinblick auf die Bekannte Faustformel, dass ein Hektar Wald pro Jahr über 13 Tonnen CO2 speichert, eine desaströse „Klimabilanz“.

Auch wird ein beliebtes Naherholung gebiet für die im Einzugsgebiet lebende Bevölkerung von der Bildfläche verschwinden. Wer wird wohl noch in Zukunft Lust verspüren, in einem Industriepark mit Baumbestand spazieren zu gehen oder auch Sport zu treiben.

Das dies alles für die in Hessen regierende „ÖKO und Umweltpartei“ oder für bekannte Naturschutzverbände(NABU) nicht von

 Belang ist und sogar in Teilen bestritten wird, ist an Hand der nachweisbaren Nähe der agierenden Akteure zur Windkraftwirtschaft nicht weiter verwunderlich.

Wer sich ein Bild über die zu erwartende Zerstörung unseres Waldes machen möchte, kann dies am Freitag, den 20.03.2020 um

19.00 Uhr im DGH Saasen tun. Dort zeigt die BI-Gegenwind Reinhardhain und Umgebung e.V. den Film „End of Landschaft“. Die

Vorführung ist kostenlos.

Thorsten Becker, Reiskirchen-Saasen

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